Es ist Zeit für echte soziale Medien

»Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Überreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen…« So beginnt die initiale Botschaft für den Di.Day.1 Eine Mitmach-Initiative für mehr digitale Unabhängigkeit.

Die Idee: Wir können diesen Plattformen die Macht, die wir ihnen derzeit geben auch wieder nehmen. Denn zum Glück gibt es viele unabhängige, demoratiefreundliche und nicht-kommerzielle Alternativen. Der DID (Digital Independence Day) oder DUT (Digitaler Unabhägigkeitstag) ruft dazu auf, jeden ersten Sonntag im Monat einen kleinen Schritt zu tun, um seine persönliche digitale Unabhängigkeit zu sichern. Und ein kleines Stück dazu beizutragen, unsere Demokratie zu bewahren.

Viele Initiativen und Gruppen organisieren zum »Di.Day« lokale Events, um dir praktische Hilfestellung zu geben. Auf der Website https://di.day gibt es viele Anregungen und Veranstaltungshinweise in deiner Nähe.

Sehenswert und sehr unterhaltsam ist in dem Zusammenhang der Vortrag von Marc-Uwe-Kling (Autor der Känguru-Bücher) auf dem Chaos Communication Congress mit dem Aufruf zum ersten Digital Independence Day:

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Verstehe das Video als leicht bekömliche Einstiegsdroge und ersten Motivationsschub. Um dir nahezubringen, warum diese kleinen Schritte nicht nur Sinnvoll sondern auch notwendig sind, möchte ich in diesem Artikel einige Argumente im Detail Beschreiben, warum es einerseits Vorteilhaft ist, alternative Social-Media-Plattformen zu nutzen (Pull-Faktoren), und andererseits, warum es richtig und wichtig ist, den etablierten großen Monopol-Plattformen den Rücken zu kehren (Push-Faktoren). Vielleicht hast du bereits eine vage Vorstellung davon, dass die etablierten Social-Media-Portale einige problematische Auswirkungen auf unser gesellschaftliches Zusammenleben haben? Vielleicht ist es nur ein Gefühl? Die Realität ist viel ärger, als wir uns es vorstellen.

Im Alltag haben wir zu wenig Zeit uns tiefer mit solchen Themen zu beschäftigen, aber hier steht nicht nur die mentale Gesundheit unserer Jugend – wie auch unsere eigene – auf dem Spiel, sondern wirklich unsere Demokratie und Errungenschaften wie das Völkerrecht, Meschenrechte, territoriale Integrität auf dem Spiel. Deshalb einige Anregungen, Verweise und Denkanstöße, um zu verdeutlichen, warum aktives Handeln jetzt wichtig ist.

Und so mag der Aufruf zum Digitalen Unabhängigkeitstag: »Jeden ersten Sonntag im Monat auf die gute Seite wechseln.«, auch bedeuten, sich die Zeit zu nehmen und sich tiefer mit den Argumenten für sinnvolle Alternativen zu befassen. In diesem Sinne…

Was ist das Fediverse?

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit Alternativen zu Instagram, Facbook, X (Twiter), TikTok, SnapChat, LinkedIn etc. als erstes für Verwirrung sorgt ist das »Fediverse«. Was ist das? Der Begriff ist ein Wordschöpfung aus den beiden Begriffen »Federated« (Föderiert) und »Universe« (Universum). Das »föderierte Usiversum« ist ein großes Konstrukt dezentraler sozialer Medien, die alle über ein einheitliches Protokoll technisch verbunden sind und damit untereinander interagieren und kommunizieren können. Stell dir vor, du kannst mit deinem Instagram-Account auch die Beiträge von einem Freund auf TikTok oder Facebook sehen. Und nicht nur das. Wenn du einen solche Beitrag auf einer anderen Plattform kommentiert, erscheint dieser Kommentar auch dort, ohne dass du gezwungen bist auf allen Portalen einen eigenen Account zu haben.

Dezentral bedeutet, dass du nicht auf einen Anbieter festgelegt bist. Es ist ähnlich, wie bei deinem E-Mail-Konto. Du kannst dir einen beliebigen Anbieter aussuchen, aber dennoch mit allen, die irgendwo eine E-Mail-Adresse haben kommunizieren. Du suchst dir also einen Anbieter deiner Wahl aus, erstellst dort einen Account und kannst loslegen. Wenn du irgendwann mal den Anbieter wechseln möchtest, ist auch das möglich, ohne alle deine alten Beiträge und Kommentare zu verlieren. Die bekannteste dieser Alternativen heißt »Mastodon«. Eine Art Kurznachrichtendienst und eine Alternative zu »X« (früher Twitter) oder »Threads« von Meta.

Im Grunde gibt es für jede der bekannten Social-Media-Plattformen ein oder gleich mehere Alternativen. Und weil sie alle miteinander verbunden sind, hast du die freie Wahl und kannst trotzdem Inhalte aus allen anderen Portalen aus dem Fediverse folgen und musst nichts verpassen. Übrigens unterstütz »Threads« mittlerweile auch das Fediverse-Protokoll. Du kannst also auch diesen Nutzern innerhab des Fediverse folgen. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl weiterer Vorteile, aber mehr zum Fediverse später. Zunächst möchte ich dir nahebringen, warum die etablierten Social-Media-Plattformen ein Problem, ja mitlerweise sogar eine Gefahr sind.

Fediverse in 3 Minuten erklärt

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Warum Big Tech unsere Demokratie bedroht

Dass zuviel Macht in der Hand einer oder weniger Personen keine Gute Idee ist, klingt einleuchtend. Die großen Sozialen Plattformen mit ihrer Monopolstellung, allen voran Meta (Facebook, Instagram, Threads, WhatsApp), Alphabeth a.k.a. Google (YouTube), TikTok, SnapChat, Telegram, X (früher Twitter), Microsoft (LinkedIn) nehmen hierbei eine Schlüsselrolle ein. Wenn hier also von »Big Tech« die Rede ist, sind insbesondere diese risigen Technologieunternehmen gemeint. Dazu können wir noch Apple und Amazon und weitere nennen, auch wenn sie keine Social-Media-Plattformen betreiben. Diese Konzerne haben es geschafft, dass beinahe der gesammte Internettraffic und damit die gesammte Aufmerksamkeit der digitalen Welt nur noch in ihren Plattformen stattfindet.2 Ihr Geschäftsmodell ist die Aufmerksamkeit, die sie geschickt manipulieren, um uns so lange wie möglich an sich zu binden. Algorithmen analysieren, was am häufigsten und am längsten für Aufmerksamkeit sorgt und bestimmen, was wir finden und zu sehen bekommen. Der Netzwerk-Effekt sorgt dafür, dass sich alles nur noch auf diesen wenigen Plattformen abspielt und sich kaum jemand dieser Realität entziehen kann. Verlinkungen außerhalb der Plattformen sind unerwünscht und werden abgestraft, womit die Sichtbarkeit verloren geht und Selbstzensur zur Normalität wird. Mit Shadow Banning3 werden unliebsame Posts stillschweigend und intranzparent in ihrer Verbreitung heruntergeregelt oder ihrer Reichweite wird komplett blockiert. Provokante, radikale und populistische Posts erzeugen vermehrte Aufmerksamkeit und werden so von den Algorithmen hervorgehoben und finden so vermehrt Verbreitung. Grautöne und differenzierte Beiträge gehen unter. Alles dies trägt zur Spaltung von Gesellschaften und einer Radikalisierung der Meinungen bei.

Damit einher geht der Verfall der klassischen, traditionellen Medien. Was diese Machtkonzentration an Aufmerksamkeit bedeutet, sollte uns einleuchten. Eine wirksame Kontrolle von bewussten Falschmeldungen, von Hass und Hetze ist nicht mehr gegeben. Und die Konzerne tun alles, um eine solche Kontrolle gegen strafbare Beiträge zu verhindern. Es sollte uns auch Sorge bereiten, dass gleichzeitig mit dem Aufstieg der Monopol-Plattformen, die extrem rechten Strömungen und Parteien weltweit großen Zulauf erhalten. In der Aufmerksamkeitsökonomie gewinnen einfache Botschaften und Fakenews zu Themen wie Migration, Klimawandel und Kriegen gegenüber den komplexen Zusammenhängen der realen Welt. Gerade die junge Generation ist für solche Erzählungen empfänglich.6 7 8 Das führt zu einer immer stärkeren Radikalisierung und Spaltung von Gesellschaften. Offener Disskurs geht mehr und mehr veroren. Hetze und Anfeindungen nehmen zu.

Sehr anschaulich hat dies der Medienwissenschaftler Martin Andree von der Universität Köln in seinem Vortag: »Krieg der Medien – Willkommen in der Digitalokratie« dargestellt.

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Alternativ gibt es einen ähnlichen Vortrag von Martin Andree als Audio-Mittschnitt auf DLF-Nova: »Digitalisierte Demokratie – Geht das überhaupt?«.

Big Tech und die Regierung Trump

Die extreme Nähe von Personen wie Elon Musk (X, Tesla, SpaceX, PayPal-Gründer), Peter Thiel (Palantier, PayPal-Gründer), Mark Zuckerberg (Meta), Jeff Bezos (Amazon, Blue Orgin), Sundar Pichai (Google/Alphabet), Sam Altman (OpenAI) und Tim Cook (Apple) zu den führenden Personenkreis der aktuellen US-Regierung (Donald Trump, JD Vance, Stephen Miller) ist eine gefährliche Bündelung von Politik, (Finanz-)Wirtschft und Medien.

Elon Musk, reichster Mensch der Welt und größter Spender von Donald Trump, unterstützt derweil offen rechte Parteien in Europa. Mark Zuckerberg hat für Meta die Facktencheks für die USA aufgegeben, und möchte mit Hilfe der Trump-Regierung gegen entsprechende Regulierungen der EU vorgehen.9

Und Peter Thiel, der eigentliche Architekt dieser Tech-Politik-Allianz, der die politische Karriere von JD Vance maßgeblich finanziert und ihm mit Trump bekannt gemacht hat, glaubt nicht daran, dass Freiheit und Demokratie miteinander zu vereinbaren sind.10 11 Er träumt von der Demontierung des Wohlfahrtsstaates und plant zusammen mit Sam Altman »Freiheitsstädte« ohne staatliche Kontrolle für Superreiche, um sich lästigen Regulierungen oder Steuern zu entledigen. Zusammen mit Lobbygruppen wie der »Frontier Foundation«, das »Charter Cities Institute« und der »Freedom Cities Coalition« werden bereits Gesetzesentwürfe erstellt um ähnliche Sonderwirtschaftszonen in den USA zu errichten, die Trump bereits vor seiner Wiederwahl beführwortet hat.12 Thiel unterstützte Trump bereits finanziell bei seiner ersten Kandidatur zum Präsidenten, bezeichntete dessen erste Amtszeit aber als »nicht disruptiv genug«. In nicht-öffentlichen Vorträgen warnt Thiel vor der Apocalypse und dem Antichrist: »Das Motto des Antichrist lautet Frieden und Sicherheit.«13

Auf der Website des Projekts »Der Autoritäre Stack« haben Wissenschaftler die personellen und finanziellen Verbindungen dieser Akteure detailliert zusammengetragen und dargestellt und warnen vor einer ähnlichen Entwicklung für Europa.14 15 Darin wird auch deutlich, wie sehr sich die Allianz zwischen Big-Tech und die involvierten Akteuren der US-Regierung für beide Seiten auszahlt – insbesondere auch finanziell.16

Der Autoritäre Stack – Wie Tech-Milliardäre ein postdemokratisches Amerika aufbauen — und warum Europa als Nächstes dran ist
https://www.authoritarian-stack.info/

US-politischer Einfluss in Europa

In Trumps zweiter Amtszeit wurde in erstaunlichem Tempo mit der Demontage der staatlichen Organe begonnen. Neben dem Staatsumbau in den USA steht auch Europa im Visir US-Politischer Einflussnahme. Was JD Vance in seiner Rede auf der Sicherheitskonferenz in München angekündigt hatte, zeigt sich nun verschriftlicht in der aktuellen Sicherheitsstrategie der USA. Darin wird die aktive politische Einflussnahme in Europa zugunsten rechter Parteien klargestellt, ganz im Sinne der aktuellen US-Regierung und ihren Vorstellungen.

Und nicht zuletzt sind die Konzepte, die in den USA erprobt und umgesetzt werden auch Blaupausen und Inspiration für die neuen rechten Strömungen in Europa.1718

Durch unsere enorme Abhängigkeit von den USA sind wir bereits jetzt in weiten Teilen eingeschränkt in unserem politischen Handlungsspielraum. Der Druck der US-Regierung nimmt mitunter bereits erpresserische Züge an. Eine kleine Auswahl

Die Ideologie und ihre Vordenker

Der Libertarismus, der sich mit der Macht der Bich-Tech-Konzerne verbreitet und in der derzeitigen US-Regierung unter Trump geschätzt wird, ist keine neue Idee. Er hat seine ideoligischen Vorbilder und Vordenker in Personen wie Ayn Rand, René Girard, Curtis Yarvin oder William Rees-Mogg und James Dale Davidso gefunden. In deren Erzählungen wird ein ideologisches Konstrukt entworfen, dass die Demokratie ablehnt und den Sozialstaat als Schmarotzertum verachtet. Anstelle staatlicher Kontrolle und Gewaltenteilung steht ein über allem herrschendes Staatsunternehmen mit einer Art CEO an der Spitze. Technologie und Effizienz ermöglicht die Errettung aller Probleme. Altruismus und Emphathie gelten als gefährlich, wärend der persönliche Egoismus und Individualismus als Tugend gilt. Und selbst am Umbau des sozialstaats hin zu einem faschistischen und autokratem System lässt sich noch prächtig verdienen. Arme und sozial Schwache werden damit zu »Nutzlosen«.

Der Umbau im Sinne der libertären Idiologie ist dabei längst im Gange. Wer die Entwicklungen während Trumps zweiter Amtszeit in den USA verfolgt hat, für den ließt sich die Planung unter dem Namen »Project 2025«26, die bereits im Vorfeld der US-Wahlen von der Heritage Foundation veröffentlicht wurden, wie ein Drehbuch der dortigen politischen Umwelzungen. Bis in alle Details wurde dort der Umbau und Demontage der staatlichen Organe zugunsten einer rechtsgerichteten Politik vorgezeichnet.27

Im »Projekt 2025 Tracker« werden die einzelnen Bausteine dieses Plans aufgelistet und sein Fortschritt dokumentiert.

https://www.project2025.observer/de

Um die Ideologie hinter dieser Strömungen zu verstehen, muss man sich näher mit den theoretischen Vordenkern und deren Veröffentlichungen beschäftigen. Einige wichtige und einflussreiche Personen werden hier kurz vorgestellt:

Mache den ersten kleinen Schritt ins »Fediverse«

Jetzt bist du an der Reihe. Anstelle darauf zu warten und zu hoffen, das die Regierungen in der EU die Souveränität in Europa ausbauen und erhalten, können wir unseren Teil dazu beitragen, dass wir uns unsere digitale Unabhängigkeit bewahren, und dem »Vibe Shift« nach rechts etwas engegensetzen.

Denn es gibt sie schon lange: sinnvolle und soziale, dezentrale und unabhängige Netzwerke und Plattformen als Alternative zu YouTube, Facebook, TikTok, Instagram, X, LinkedIn & Co. Und das beste: du hast die freie Wahl, denn alle diese alternativen Palttformen sind miteinander vernetzt und können untereinander interagieren. Stelle dir vor, du könntest in Instagram auch die TikTok-Beiträge deiner Freunde sehen und kommentieren. Oder die Kommentare deiner Follower auf Twitter unter deinem Facebook-Beitrag erhalten. Schon mal was vom Fediverse gehört? Oder von Plattformen wie Mastodon, Peertube, Pixelfed oder Loops? Vermutlich nicht. Diese und viele andere Plattformen ähneln in ihrer Ausrichtung den geschlossenen Monopol-Plattformen und sind doch etwas ganz anderes. Was diese Plattformen vereint? Sie arbeiten:

  • Ohne manipulative und intranzparente Algorithmen
    denn du hast die volle Kontrolle und entscheidest, was dich interessiert und was du angezeigt bekommst.
  • Ohne App-Zwang
    denn für viele Dienste im Fediverse gibt es mehrere Apps oder du nutzt die Plattform im Browser deiner Wahl oder folgst aus einer anderen Plattform heraus.
  • Ohne Tracking und personalisierter Werbung
    denn die allermeisten Akteure im Fediverse betreiben die Diente und Instanzen ohne Gewinnabsicht oder auf Basis einer Kostenbeteiligung.
  • Mit Rücksicht auf deine Daten und deine Privtsphäre
    Datensparsamkeit und effektiven Datenschutz sind wesentliche Grundfeiler des Fediverse, ansonsten entscheidest du, welche Daten du öffentlich preis gibst. Außerdem sind alle Daten sehr dezentral und extrem verteilt gesichert und nicht in der Hand eines Monopolisten.
  • Ressilient gegen Hass, Hetze und Falschnachrichten
    jeder Betreiber im Fediverse hat die Kontrolle Accounts oder Instanzen zu blockieren, von denen primär Hass, Hetze, Falschnachrichten oder Spam verbreitet wird. Jede Instanz definiert die Regeln, welche für die Nutzer gelten sollen. Und natürlich kannst auch Du selbst Accounts blockieren oder die Beiträge filtern, die du nicht sehen möchtest.
  • Dezentral, offen und unabhängig
    Alle Dienste im Fediverse basieren auf dem gleichen quelloffenen Protokoll ActivePub. Das Protokoll ermöglicht die Kommunikation und interaktivität innerhalb aller Dienste und Instanzen und ermöglicht so die dezentrale Struktur.
  • Kein Doomscrolling
    Weil hinter den Projekten keine Gewinnabsicht besteht, gibt es auch keinerlei Bestrebungen, deine Aufmerksamkeit zu Binden und zu Maximieren. Wenn es keine neuen Beiträge zu den Hashtags oder Nutzern gibt, denen du folgst, ist der Feed zu Ende bis neue Beiträge gepostet werden.

Also: deden ersten Sonntag im Monat einen kleinen Schritt tun und auf die gute Seite wechseln. Du bist dir unsicher? Versuche es doch erst mal parallel aus. Erzähle deinen Freunden oder Familienmitgledern, deine Vereinsmitstreitern oder Arbeitskollegen davon. Es gehört auch zur Wahrheit, dass viele Plttformen nur wenige Nutzer haben und das Angebot deshalb sehr begrenzt ist. Eine große Außnahme ist Mastodon – eine Alternative zu »X«, »Threads« oder »Bluesky«. Hier gibt bereits eine weltweite risige Community die täglich wächst – der perfekte Einstieg: https://joinmastodon.org/de

Du bist »mutiger« oder suchst etwas anderes als Microblogging oder möchtest nicht aufs erstbeste Pferd setzen? Dann schau dir doch andere Plattformen an, denn am Ende sprechen alle miteinander und du musst nichts und niemanden »verpassen«, der dir wichtig ist. für einen ersten Überblick: https://fediversum.info/

Digitale Unabhängigkeit von »BigTech« auch außerhalb des Fediverse

Wie am Anfang des Artikels schon erwähnt geht es beim »Digitalen Unabhängigkeitstag« oder auch »Digital Independent Day« abgesehen von den Social-Madie-Plattformen auch um weitere Alternative Lösungen für Messenger, Cloudspeicher, E-Mail-Accounts, Software, Betriebssysteme, Kalender, Musikstreaming, Shops, etc.

Ziel ist es, den großen Monopolisten und ihrem Einfluss etwas engegensetzen zu können. Auf der Website des Digital Independence Day gibt es daher eine ganze Reihe an Anleitungen für den möglichen Wechsel zu Alternativen. Und wer Hilfe braucht: es gibt in vielen Orten zu jedem Digitalem Unabhängigkeitstag am ersten Sonntag des Monats Veranstaltungen, wo du dich informieren kannst und dir geholfen wird. Auch diese Veranstaltungen findet du auf der Website.


Fußnoten, Quellen, Literatur

  1. DI.DAY, der Digital Independence Day wurde Ende 2025 ins Leben gerufen und findet jeden ersten Sonntag im Monat satt. Vorgestellt durch Marc-Uwe-Kling und Linus Neumann auf dem Chaos Computer Congress im Dezember 2025. Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu überzeugen, sich in kleinen Schritten von den Apps, Plattformen und Medien der weltweiten Monopolisten zu den vielen Alternativen zu wechseln, um der Übermacht der Big-Tech-Konzerne entgegenzuwirken. Und genauso wichtig: damit »anzugeben«, ganz nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber! ↩︎
  2. Andree, Martin, und Timo Thomsen. 2020. Atlas der Digitalin Welt. Frankfurt am Main: Campus ↩︎
  3. https://hateaid.org/shadow-banning/ ↩︎
  4. https://www.wsi.de/de/blog-17857-vermoegenskonzentration-und-wie-die-parteien-ihr-entgegentreten-wollen-35328.htm ↩︎
  5. https://sparktoro.com/blog/who-sends-traffic-on-the-web-and-how-much-new-research-from-datos-sparktoro/ ↩︎
  6. Saurwein, F., Spencer-Smith, C., & Krieger-Lamina, J. (2022): »Social-Media-Algorithmen als Gefahr für Öffentlichkeit und Demokratie: Anwendungen, Risikoassemblagen und Verantwortungszuschreibungen.« https://www.zora.uzh.ch/entities/publication/3822e944-e660-4212-aedb-b545a1d4cb6b In A. Bogner, M. Decker, M. Nentwich, & C. Scherz (Eds.), Digitalisierung und die Zukunft der Demokratie. Beiträge aus der Technikfolgenabschätzung (Nr. 24; Ausgabe 24, pp. 243–256). Nomos. https://doi.org/10.5771/9783748928928-243 ↩︎
  7. Studie: Sally Hohnstein / Maruta Herding (Hrsg.), 2017: »Digitale Medien und politisch-weltanschaulicher Extremismus im Jugendalter – Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis«, Deutsches Jugendinstitut e. V., Außenstelle Halle (Saale) ↩︎
  8. Artikel und weitere Quellen: Lara Franke, Daniel Haijok, 2023: »TikTok und Rechtsextremismus – Neue Formen der Propaganda auf einer kind- und jugendaffinen Plattform, Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/541511/tiktok-und-rechtsextremismus/ ↩︎
  9. https://correctiv.org/in-eigener-sache/2025/01/08/correctiv-stellungnahme-zu-metas-entscheidung-die-zusammenarbeit-mit-faktencheck-redaktionen-zu-beenden/ ↩︎
  10. https://www.derstandard.de/story/3000000243890/tech-investor-peter-thiel-schattenpraesident-der-usa-und-feind-der-demokratie ↩︎
  11. https://www.theguardian.com/technology/2022/oct/15/peter-thiel-who-is-he-republican-donor-tech-entrepreneur ↩︎
  12. https://www.n-tv.de/politik/Tech-Milliardaere-planen-Freiheitsstaedte-ohne-Regeln-article25621206.html ↩︎
  13. https://www.derstandard.de/story/3000000299996/antichrist-und-apokalypse-wie-sich-peter-thiels-theologie-erklaeren-laesst ↩︎
  14. https://netzpolitik.org/2025/interaktive-webseite-wie-autoritaere-tech-netzwerke-die-europaeische-souveraenitaet-gefaehrden/ ↩︎
  15. https://www.authoritarian-stack.info/ ↩︎
  16. https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wie-Trump-seine-Tech-Bros-noch-reicher-macht-id30277088.html ↩︎
  17. Taz, 2026-01-26: »Trumps USA als VorbildAfD fordert ICE auch für Deutschland«, https://taz.de/Trumps-USA-als-Vorbild/!6148778/ ↩︎
  18. Zeit, 2024-10-18, »Libertarismus: Eine Stadt ohne Staat«, https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2024-10/libertarismus-private-staedte-radikaler-kapitalismus-afd ↩︎
  19. Rechtswissenschaftliche Fakultät, Universität zu Köln: Rechtsgutachten zur US-Rechtslage zum weltweiten Datenzugriff durch US-Behörden bei Nutzung von Cloud-Diensten. ↩︎
  20. Heise, 2025-12-20: »Airbus sucht eine souveräne EU-Cloud«, https://www.heise.de/news/Airbus-sucht-eine-souveraene-EU-Cloud-11122080.html ↩︎
  21. Der Standard, 2025-04-03: »Utopia im Eis – Start-up mit Verbindungen zu Peter Thiel will technolibertäre Stadt in Grönland bauen«, https://www.derstandard.at/story/3000000264054/start-up-mit-verbindungen-zu-peter-thiel-will-technolibertaere-stadt-in-groenland-bauen ↩︎
  22. Heise, 2025-05-18: »Strafgerichtshof: Microsofts E-Mail-Sperre als Weckruf für digitale Souveränität«, https://www.heise.de/news/Strafgerichtshof-Microsofts-E-Mail-Sperre-als-Weckruf-fuer-digitale-Souveraenitaet-10387368.html ↩︎
  23. TAZ, 2026-01-16: »Etappensieg vor Gericht – Sparkasse muss voerst Konten der Roten Hilfe weiterführen«, https://taz.de/Etappensieg-vor-Gericht/!6146219/ ↩︎
  24. Netzpolitik, 2026-0-27: »Autistici/Inventati: USA sanktionieren italienisches Internetkollektiv«, https://netzpolitik.org/2026/autistici-inventati-usa-sanktionieren-italienisches-internetkollektiv/ ↩︎
  25. Wirtschaftswoche, 2025-12-25: »US-Regierung sanktioniert HateAid – So heftig attackiert die US-Regierung Europas digitale Souveränität«, https://www.wiwo.de/politik/ausland/donald-trump-gegen-hateaid-warum-die-us-regierung-deutsche-sanktioniert/100186500.html ↩︎
  26. Wikipedia: »Projekt 2025«, https://de.wikipedia.org/wiki/Project_2025 ↩︎
  27. Der Standard, 2025-10-11, »Woran Musk, Thiel und Vance glauben: Die libertäre Revolution, die sie meinen«, https://www.derstandard.at/story/3100000291032/woran-musk-thiel-und-vance-glauben-die-libertaere-revolution-die-sie-meinen ↩︎
  28. Wikipedia: »Curtis Yarvin«, https://de.wikipedia.org/wiki/Curtis_Yarvin ↩︎
  29. Wikipedie: »Freedom Cities«, https://en.wikipedia.org/wiki/Freedom_Cities ↩︎
  30. NBC-News, 2025-04-29: »The man who led Project 2025 gives his assessment of Trump’s first 100 days« https://www.nbcnews.com/politics/trump-administration/man-led-project-2025-gives-assessment-trumps-first-100-days-rcna202199 ↩︎
  31. ARD, »Honduras private Stadt für Reiche«, https://www.ardmediathek.de/video/weltspiegel/honduras-private-stadt-fuer-reiche/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3dlbHRzcGllZ2VsL2I3MmMyOWU5LWJlZWQtNGIxNC1iNTRhLTA1MzA4MGZhMTIxZA? ↩︎
  32. Netzauftritt von Próspera: https://www.prospera.co/en ↩︎
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